Porzellan
Porzellan - Tierplastik

Porzellan – ein tierisch schönes Material

Porzellan kann tierisch anstrengend sein. Zumindest wenn man der Tradition ein frisches und unkompliziertes Denken entgegenstellen möchte. Tiere werden seit urbeginn in der Kunst abgebildet. Zuerst auf Felswänden, in Keramik, Stein, später in Holz, Bronze, auf Leinwand und ab dem 18. Jahrhundert im Werkstoff Porzellan. 

Pioniere der Porzellankunst

Johann Gottlieb Kirchner und Johann Joachim Kändler stehen hier beispielhaft für dieses Genre. Waren sie doch die Pioniere auf dem Gebiet der Porzellanplastik in Europa. Viele Künstler folgten ihnen und modellierten Tiere oder Tiergruppen.

Zeitgemäße Interpretation oder eigene Sichtweiße

Porzellan - Kugelfisch
Objekt: „Kudelfisch“, Olaf Fieber

Mich interessiert bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Tier, finde ich eine zeitgemäße Interpretation dafür. Kein Abbild möchte ich schaffen. Dafür ist die Natur bereits „Meister“ und nicht zu toppen. Jedoch was ist eine zeitgemäße Interpretation? Was bedeutet zeitgemäß? Zeitgemäß bedeutet so viel wie aktuell oder angesagt. Man ist auf der Höhe der Zeit, man ist trendig, up to date … trifft dies nun für meine Arbeit zu? Kann man überhaupt trendig sein?

… oder spiegelt man nur seine eigen Sichtweise, seine Gedankenbausteine in einem eigenen Kunstwerk wider? Erfahrungen und Erlebtes prägen einen ja nicht nur im Leben, sondern auch eine künstlerische Handschrift. Sie wird beeinflusst von Gesehenem und Gelerntem.

Banane oder Chamäleon

Porzellan - Chamäleon
Objekt: „Chamäleon“, Olaf Fieber

Je nach eigenem Horizont bildet sich eine charakterisierende Sicht. Bei diesen Tierfiguren im Bild ist es wohl die Faszination, abgegossene Alltagsdinge in dem harten glänzenden Material zu verfremden. … und darüber hinaus die Erscheinung eines Tieres zu bilden. Die abgegossene Glühlampe wird zum Kugelfisch, die Banane zum Chamäleon, eine Flasche zum Kamel oder Krokodil.

Porzellan - Kamel
Objekt: „Kamel“, Olaf Fieber

Mit der intensiven farbigen Staffagemalerei verdränge ich mit zeitlicher Verzögerung die sofortige Wahrnehmung des verwendeten Alltagsgegenstandes. Wie beispielsweise bei dem Phantasieobjekt „Kugelfisch“ erkennt der Betrachter die Glühlampe oder die ausgedrückte Farbtube erst auf dem zweiten Blick.

Mein Favorit das Krokodil, wie aus einem Kasperletheater entsprungen, beweist für mich unter dem Strich – Porzellan ist tierisch, frisch und unkompliziert.