Unikat
Unikat – wie entsteht ein Porzellanunikat?

Unikat – wie entsteht ein Porzellanunikat?

Unikat. Welche Arbeitsschritte sind notwendig bis ein endgültiges uniaktives Kunstwerk aus Porzellan zu bewundern ist?

Die Idee steht!

Die handwerkliche Arbeit beginnt. Nachdem Schablonen, Maße und die Technik der Herstellung gewählt ist, beginnt die Arbeit mit der Porzellanmasse. Porzellanmasse – ein Gemisch aus Quarz, Feldspat und Kaolin verwendet man in fester oder flüssiger Konsistenz. Der Einsatz richtet sich folglich nach der Art der Verwendung. Formgebungstechniken für Porzellan: Kneten, Aufbauen, Abformen, Treiben, Drehen, Eindrehen, Gießen, Pressen

Die Idee steht ...
Die Idee steht …

Porzellanmasse bearbeiten

Die flüssige Porzellanmasse ist zum Herstellen von Objekten, Tassen, Tellern etc. vorgesehen, die mit Hilfe von Gipsformen entstehen. Gipsformen werden von einem Urmodell des zu schaffenden Gegenstandes abgenommen. Es entsteht folglich ein Negativ des Objektes. Je nach Wahl der Standzeit der Porzellanmasse in der Gipsform bildet sich der Scherben in einer gewünschten Wandstärke.

Beide Techniken, das frei Aufbauen und das Verwenden gegossener Teile kann man nichtsdestotrotz untereinander kombinieren. Zusammengefügt werden diese Teilstücke jedenfalls mit Hilfe von Porzellanschlicker. Dafür müssen die zu verbindenden Porzellanteile angeraut, mit Porzellanschlicker bestrichen und unter leichtem Druck zusammengefügt werden. Der dabei heraustretende Schlicker ist anschließend zu entfernen. Dies geschieht immer im feuchten Zustand der Massen. Beim Bearbeiten ist darauf zu achten, dass die Porzellanmasse nicht unter den Händen trocknet.

Mein Arbeitsmittel – die Plattenwalze

keramische Plattenwalze
Plattenwalze im AtelierFieber

Eine Plattenwalze dient zum Auswalzen plastischer keramischer Massen. Mit Hilfe einer angefertigten Schablone übertrage ich anschließend die benötigten Elemente auf die Porzellanmasse. Diese Einzelteile sind mittels Porzellanschlicker Stück für Stück zur Porzellanfigur präzise zusammenzufügen. Mit anderen Worten, das Objekt entsteht. Anschließend folgt der Trocknungsprozess.

Trocknen und der Glühbrand

Der Trocknungsprozess ist äußerst wichtig, um dem Unikat das Wasser zu entziehen, damit im ersten Brand der Wasserdampf nicht beim Entweichen einzelne Porzellanpartikel mit sich reißt und die glatte Oberfläche zerstört. Anders gesagt, alle Arbeiten wären bis hierher umsonst.

Der erste Brand, auch Glühbrand genannt, hat die Aufgabe die Objekte zu verfestigen und den Scherben von organischen Verunreinigungen zu befreien. Der Brand wird bei ca. 900°C geführt. Die Masse ist danach nicht mehr zu plastifizieren und somit folgt der Glasurauftrag.

Glasieren

Porzellan Glasur
Glasurauftrag mittels Spritzpistole

Eine Glasur ist im Aufbau ein glasiges Silikat, das zu einer dünnen Schicht im Glattbrand aufgeschmolzen wird. Der Schmelzbereich von Glasuren kann zwischen 900°C und 1400°C liegen. Das Glasieren erfolgt durch Tauchen, Besprühen oder Übergießen. Der Scherben der zu glasierenden Stücke saugt das in der Glasur enthaltene Wasser auf. Die Feststoffe bilden somit einen Überzug. Von der Art und Güte der Aufbereitung der Rohstoffe hängt im wesentlichen die Qualität der Glasur ab. Neben der für Porzellan verwendeten transparenten Glasur gibt es noch weitere sogenannte „Kunstglasuren“. Haarrißglasur, Laufglasur, Mattglasur, Aventuringglasur und beispielsweise die Schrumpfglasur

Glattbrand

Es schließt sich der sogenannte Glattbrand an. Der Glattbrand führt man in der Regel bei ca. 1350°C. Der Scherben verdichtet sich, die Glasur ist aufgeschmolzen, bei einer reduzierenden Brennatmosphäre entsteht der weiße Scherben. Das heißt, das Porzellanobjekt ist hierbei um bis zu 16% geschwunden.

keramische Maltechniken

Farbkörper der Firma Bidtelia (Meißen)
Farbkörper der Firma Bidtelia (Meißen)

Schließlich kann die Staffage und der Farbbrand folgen. Der Entwurf ist im ersten Arbeitsschritt vorerst mit Bleistift auf das Objekt zu übertragen. Dies dient nebenher gesagt zur guten Orientierung beim Malen. Danach werden die verschiedenen Farben mit Pinsel oder Feder aufgetragen. Das Bemalen von Porzellan erfolgt in der Regel mit keramischen Farben und Edelmetallpräparaten. Keramische Farben sind anorganische Farbkörper. Diese Farbkörper sind mit Hilfe von Malmitteln auf den Scherben aufzubringen. Malmittel sind Malöle, wie z.B. Nelkenöl. Edelmetallpräparate (Gold, Silber, Platin) sind meist flüssig und man trägt diese genau wie keramische Farben auf. Sie werden oxydierend eingebrannt. Glanzgold, eine dunkelbraune Flüssigkeit, stellt eine Lösung von Glodresinat (Goldharz) in ätherischen Ölen und organischen Lösungsmitteln dar. Wie der Name verrät, glänzt dieses Präparat bereits nach dem Brand.

Dekorbrand

Der Dekorbrand bei Temperaturen um 800°C – 900°C gibt den Farben dadurch ihre endgültige Brillianz. Mit anderen Worten, sie verbinden sich mit der Glasur. Polierpräparate, werden nach dem Dekorbrand mit Hilfe von Achatstiften, feuchtem Seesand oder Glasfaserbürsten poliert.

Das Unikat ist fertig …

Unikat aus Porzellan
Unikat „Streifentier“, Olaf Fieber

… wenn all diese Arbeitsschritte durchschritten und der Künstler mit dem Objekt zufrieden, fehlt nur noch der Kunde … 😉