Porzellanbiennale
porzellanbiennale meissen

Porzellanbiennale – ein Schaufenster für Porzellan?

Porzellanbiennale? Weswegen benötigt man ein Schaufenster für zeitgenössische Porzellankunst?

Aus welchem Grund initiiert man eine Porzellanbiennale in Meißen?

Vielleicht weil man ein Narr ist und darüber hinaus das Material Porzellan liebt? 2015 war es endlich so weit und aus der Idee wurde gemeinsam mit der Albrechtsburg Meissen unter Leitung des Schlossleiters Uwe Michel der Gedanke Realität. 

Albrechtsburg Meissen
Meißner Burgberg mit Albrechtsburg

Warum eine Biennale in Meißen?

Als Ort für die erste Porzellanmanufaktur in Europa bestimmte Kurfürst Friedrich August I. die bis dahin ungenutzte Albrechtsburg in Meißen, in der ab 1710 für über 150 Jahre Porzellan produziert wurde. In den folgenden Jahrzehnten entstanden überall in Europa weitere Manufakturen, beispielsweise in Wien, Stockholm, Sèvres, St. Petersburg, Höchst, Fürstenberg oder Nymphenburg. Nicht selten geschah dies unter Mitwirkung von Meißner Arkanisten, die ihr Wissen, trotz strengsten Verbotes, weitergaben.

Porzellanbiennale-Künstler-Scheurich
Porzellanbiennale-Künstler-Scheurich

Zahlreiche Künstler prägten schließlich über die Jahrhunderte das Erscheinungsbild des Werkstoffes Porzellan. Der Sachse Johann Joachim Kändler als Pionier, der Schweizer Bildhauer Franz Anton Bustelli, der britische Modelleur John Bacon, der westfälische Architekt Adalbert Niemeyer, der elsässische Porzellanbildhauer Johann Baptist Stahl, der sudetendeutsche Plastiker Waldemar Fritsch oder auch der aus Wedel stammende Künstler Ernst Barlach. Sie experimentierten mit diesem bildsamen Material und schufen Kunstwerke aus Porzellan, die sich in den Manufakturen als vervielfältigendes Kulturgut etablierten.

Ist Porzellan heute noch up to date?

Ab dem 20. Jahrhundert wurde die „Porzellanherstellung“ durch gesellschaftliche Änderungen und die zunehmende Industrialisierung geprägt. Porzellan wurde endgültig zum Massenprodukt für Teller und Tassen. Die Kunst der Bildhauerei und des plastischen Gestaltens mit dem Werkstoff Porzellan wurde vom Kunstmarkt fast völlig verdrängt. In den letzten Jahren scheint sich jedoch eine Trendwende auf dem Porzellan-Kunstmarkt abzuzeichnen.

Tellerunikat: "Is(s) was?", Olaf Fieber
Tellerunikat: „Is(s) was?“, Olaf Fieber

Was möchte die Porzellanbiennale erreichen?

Die Biennale möchte das Material Porzellan als bildsamen Werkstoff stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Es soll das Verständnis befördert werden, dass Porzellan ein Ausdrucksmittel der Kunst, für Inhalte und Nachricht sein kann und ist. Die Ausstellung ist somit Schaufenster für zeitgenössische Porzellankunst in Sachsen, Deutschland und Europa.

Für die Ausstellung werden Künstler aus dem In- und Ausland eingeladen, die mit dem keramischen Material Porzellan experimentieren und sich auf dem Gebiet der bildenden Kunst schöpferisch betätigen. Sie ist offen für alle künstlerischen Ausdrucksformen des Porzellans, ausgenommen seriell hergestellter Kunst. Die Ausstellung ist somit auch eine Hommage an den Künstler, der sich in einer immer schnelllebigeren Zeit einem langwierigeren und schwierigen kreativen Schaffensprozess widmet.

Mein Fazit:

Erstens: Einst eroberte der Werkstoff Porzellan von Meißen aus die Welt. Holen wir die Welt des zeitgenössischen Porzellans nach Meißen, um damit weitere Impulse für die Welt der Kunstliebhaber zu setzen.

Zweitens: Wollen auch Sie diese Idee der Porzellanbiennle mittragen, kontaktieren Sie mich. Werden Sie Mitglied im Verein zur Förderung zeitgenössischer Porzellankunst e.V..

Ihr Olaf Fieber